Brille, Kontaktlinse oder – Laser-OP?

Brille, Kontaktlinse, Laser-OP sind die verfügbaren Möglichkeiten, um das Bild wieder auf die Netzhaut zu bewegen. Ja, Du hast richtig gelesen! Das Bild auf die Netzhaut „schieben“. Das ist das was ein Augenoptiker z. B., mit einer Brille oder Kontaktlinse tut, wenn ein sogenanntes fehlsichtiges Auge korrigiert wird. Fehlsichtig heißt somit eine Abweichung des optischen Systems des Auges vom „Optimal- Zustand“. Hier folgt eine Veranschaulichung. Die Erklärung mit der Baulänge des Augapfels ist OK, da die meisten Kurz- oder Weitsichtigkeiten davon herrühren.

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Kurz- oder Weitsichtigkeit ist keine Krankheit

Das Auge und das Sehen ist unser meist genutztes Sinnesorgan neben dem Hören und dem Riechen. Im Laufe unseres Lebens gibt es mit allen Sinnesorganen natürliche Veränderungen. Beim Sehen wird das mit einer Brille, Kontaktlinsen oder einem operativen Eingriff eingestellt, um das individuell schärfste Sehen zu erreichen.

Die folgenden Informationen geben einen Überblick der Vor- und Nachteile. Dies ist keine wörtlich zu verstehende Entscheidungshilfe, sondern nur eine Informationsgrundlage der individuellen Präferenz. Die Entscheidung was möglich ist oder nicht sollte, eher Muss, in Zusammenarbeit mit dem Fachpersonal erarbeitet werden. Eine Entscheidung muss immer für die Gesundheit sein. Kosmetisch insistieren, nicht hilfreich.

Die Brille – seit achthundert Jahren im Einsatz

Die häufigste verwendete Lösung, sehr effektive, und bei vielen Sehaufgaben liefert diese mit modernen Gläsern und Fassungen die brillanteste optische Abbildung bei hohem Tragekomfort. Unser modernes Leben der letzten Hundert Jahre hat bei einigen Einsätzen hier geringfügige Limits erfahren, Beruf, Freizeit, Sport, etc.

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Klarer Vorteil Möglicher Nachteil
Gewicht der Brille ist seit 25 Jahren bei Stärken bis -8 und plus +5 kein Thema mehr.Gewicht wird erst ab sehr hohen Glasstärken-10 und +8 relevant.
Kosmetischer Aspekt ist bei den erhältlichen Fassungsdesign sicherlich nicht limitiert. Die oben genannten Glasstärken verändern durch moderne Glasgeometrie kaum mehr das Erscheinen der Augen hinter dem Brillenglas. Kosmetischer Aspekt wird auch ab -10 und +8 eine Herausforderung. Selbst da kann eine kosmetisch optimale Fassung immer noch punkten.
Stufenloses Sehen in Nah und Fern mit einer Gleitsichtbrille. Anwendung in der Moderne: Schauspieler (Schminke, Maske), Taucher, Kampfsport, etc.
Moderne Brillengläser bieten eine optische Brillanz durch die verschiedenen Beschichtungen oder Verbundherstellung welche, Entspiegelung, Polarisierung, Tönung, Selbst-Tönung, etc. realisieren. Verwendung optischer Instrumente, wenn diese nicht auf Brillenträger abgestimmt wurden. Mikroskop, Ferngläser, etc.
Moderne Sehaufgaben wie Bildschirm, Straßenverkehr, viele Sporteinsätze sind optimal gelöst. Beschlagen der Brillengläser bei Temperaturwechsel
Auch ausgefallene Formen und hohe Glas-Durchbiegungen können in individueller Glasstärke produziert werden. Die Bügel einer Brille fallen immer im unpassendsten Moment ab. Die Schraube war schon länger locker… Eine Brille braucht einen Kundendienst den viele Benutzer nicht „abarbeiten“ wollen.
Brille heißt immer Augenschutz! Schmutz, Zugluft, Staub, Insekten und andere beschleunigte Objekte wie beim Golf, Tennis, Squash, etc. Bei hohen Glasstärken und modernen kosmetischen Ansprüchen z. B., die Brille der Garderobe anpassen, kann die Anschaffung von drei oder mehr Brillen, eine gewisse Herausforderung an die finanziellen Mittel darstellen.
UV-Schutz hat jedes Kunststoffglas. Selbst ein nicht getöntes! Jeder Brillenträger vermindert den Einfluss von UV-Strahlung auf die Augen und die damit verbundenen Hornhaut (Cornea)-, Augenlinsen-, und Augenglaskörper-Veränderungen.  

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Kontaktlinsen – seit hundert Jahren am Start

Die harten, formstabilen Kontaktlinsen gibt es seit den 1920ern, die weichen, flexiblen seit den 1970ern. Die kommerzielle Verbreitung und sehr intensive Forschung und Verbesserung der Materialien in 50 Jahren ist bemerkenswert. Die Motivation ist ganz klar, für mehr Menschen eine Weichlinsen-Lösung anzubieten. Welche Kontaktlinse vertragen wird, ist sehr individuell. Standardprodukte sind aktuell gut, doch in der Breite nicht auf jeden Kunden anzuwenden

Es folgen ein paar Beispiele. Eine detaillierte Auflistung geht in die Randerscheinungen, welche definitiv existieren, interessant sind, doch dann fallspezifisch diskutiert werden müssen. Der Kommentar-Bereich ist dafür geeignet. Dies gilt sowohl für die Brille und die Laser-Operationen an der Hornhaut (Cornea).

Klarer Vorteil Möglicher Nachteil
Weit und Kurzsichtigkeit auch in hohen Stärken gut gelöst. Hornhautverkrümmung war lange Zeit eine Herausforderung, auch dies ist bei vielen Anwendern lösbar. 45 Jahre plus heißt dieser Tage auch für das Lesen gibt es Kontaktlinsen. Nachtsicht, weit geöffnete Pupille, kann bei manchen Geometrien zu peripheren Irritationen führen.
Bei vielen Sportarten sind Kontaktlinsen ein klarer Vorteil und ein Performance-Zugewinn. Stichwort: Blickfeld ist vergrößert und ungestört; Außensport und Regen, Ball-, Ausdauer- oder Wassersportarten. Das Tragen von Helm und Schutzbrille wird erleichtert. Nicht zu verwechseln bei Sportarten, die aus Augenschutzgründen eine Brille verlangen. Die Regeln bezüglich Hygiene und Tragezeiten sind unbedingt zu befolgen, um Infektionen etc. zu vermeiden. Wer das nicht tut wird bald eines Besseren belehrt. Also ist auch hier Dienst zu leisten der nicht immer abgearbeitet wird.
UV-Schutz hat zumindest das Augeninnere. Die meisten Kontaktlinsen besitzen einen UV-Filter, der den von der Linse bedeckten Teil des Auges vor ultravioletter Strahlung schützt.   Bei Wassersportarten wie dem Schwimmen, Surfen, Schnorcheln oder Tauchen ab und zu intensivere Reinigung durchführen oder Tageslinsen verwenden wo dies möglich ist. Grund: Die Kontaktlinse hat direkten Kontakt mit dem Wasser und darum eine höhere Keimbelastung.
Reinigung nur beim Ein- und Aussetzen der Linsen. Eine Brille muss da wesentlich häufiger geputzt werden. Köche und andere Berufe haben damit Erfahrung. Vor allem Kunststoffgläser müssen oft gereinigt werden, um klare Sicht zu haben. Lange Stunden am Bildschirm sind für manche Anwender immer noch eine Themaverfehlung, da durch die reduzierte Lidschlagfrequenz die Tränenfilmverteilung nicht optimal ist. Dies führt zu Irritationen wie Trockenheit des Auges.

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Laser-OP – Seit 20 Jahren wird gelasert

Gerne wird mit dem Slogan: “Kleiner Eingriff – Große Wirkung“ geworben.

Zitat der Firma Zeiss: “Seit rund 20 Jahren besteht die Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit durch eine Laser-OP korrigieren zu lassen. Mit Femto-LASIK, LASIK (Laser in situ Keratomileusis), LASEK (laserassistierte subepitheliale Keratektomie) und PRK (photorefraktive Keratektomie) sowie der minimal-invasiven Behandlungsmethode ReLEx smile stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Der Arzt muss ganz individuell entscheiden, welche Methode die geeignetste ist. Femto-LASIK gilt als das bekannteste und ist das State-of-the-Art-Verfahren. Mittels eines Femtosekunden-Lasers wird ein dünner Hornhautdeckel, der sog. Flap, geschnitten und zur Seite geklappt. Dann kommt der Excimer-Laser zum Einsatz, der je nach Art der Fehlsichtigkeit in Sekundenschnelle das entsprechende Gewebe abträgt.“

Die Firma Zeiss hat für die Welt der Optik und die Menschen viel Gutes getan. Auch ist das die aktuellste, verfügbare Technologie. Diese Aussage steht für viel Firmen der Laser-OP Industrie mit ähnlichen Botschaften.

Die Fakten:

Klarer Vorteil Möglicher Nachteil
Keine Brille, keine Kontaktlinse für den Blick in die Ferne bis das 45 Jahre plus Thema, das Sehen in der Nähe kommt. Es wird am gesundes Cornea-Gewebe abgetragen. Info: Die Hornhaut ist ein Gewebe mit sehr hohem Stoffwechsel und dementsprechend sensibel gegenüber Einflüssen jeder Art.
  Augentrockenheit nach der Laser-OP treten auf und sind normal. Bei 15 bis 20% kann dies permanent sein.
  Flap-Probleme sind bei 3-5% vorhanden. Dies hängt sehr davon ab wie geübt der Operateur ist.
   
  Tiefenschärfe nimmt bei manchen Kandidaten ab.
  Kontrast nimmt etwas ab.
  Farbbrillanz kann durch Abnahme der Tiefenschärfe und Kontrast vorkommen.
  Korrektion bleibt nach einer Behandlung nicht über das komplette „Restleben“ stabil. Glasstärken bei Brillen und Kontaktlinsen werden bei vielen Menschen ab und zu angepasst.

Aspekte

Ein paar weitere Aspekte, ohne zu sehr ins Detail zu gehen:

Sicherlich sind viele Laser Operationen mit gutem Erfolg der Kandidatenwahrnehmung zu verzeichnen. Bei den 20 bis 30-jährigen zeigen die Statistiken Spitzenwerte. Diese Statistiken werden wissenschaftlich wieder relevant im Vergleich der „Ich fühle jetzt Situation“, und der „20 Jahre nach der OP-Situation“.

Das ist eine kosmetische Operation. Also keine Augenoperation, um Erblindung des Auges zu vermeiden oder verlorene Sehfähigkeit wiederherzustellen.

Unser Leben definiert sich über die Entscheidungen, die wir umsetzen. Die Kollegen im Blog sind sich einig das die kosmetische Laser-OP mit einem Tattoo gewisse Gemeinsamkeiten hat. Beides ist letztendlich in der physischen Umsetzung irreversible. Nur, ein Tattoo verursacht keine eventuellen optischen Irritationen, vielleicht nur im Auge des Betrachters.

In einigen asiatischen Ländern gibt es die Laser-OP „to go“ mit wesentlich geringeren Kosten als in Europa. Das ist jetzt keine Bewertung dagegen oder dafür, sondern dort ist ein anderer kultureller Habitus zu kosmetischen Behandlungen vorhanden. Wenn so etwas geplant ist, bitte von zwei unterschiedlichen Stellen eine Beratung und Bewertung der individuellen Gegebenheiten detailliert vornehmen lassen.

Das folgende, fortgeführte Zitat soll die Marktpotenz und das Marketing dieser Industrie etwas wiedergeben.

Wie gesagt, die Firma Zeiss macht einen guten Job und erwähnt die Risiken, die mit diesem Eingriff einhergehen. Das tun nicht alle Anbieter dieses Marktes.

Zitatfortführung:

Zitat-Beginn:

„Bei einer Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut flacher, bei einer Weitsichtigkeit steiler geformt. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wird der Flap zurückgeklappt. Schon kurze Zeit nach dem Eingriff kann der Patient wieder scharf sehen. Wichtigste Voraussetzung für einen optimalen Eingriff: Der Arzt muss vorher feststellen, ob eine Laser-OP überhaupt möglich ist. Der Eingriff kann heute ambulant durchgeführt werden und dauert meist nur wenige Minuten.“

Die neue schonende Behandlungsmethode ReLEx® smile von Carl Zeiss Meditec revolutioniert die Laserbehandlung

Mit der neuen Behandlungsmethode ReLEx smile von Carl Zeiss Meditec können Fehlsichtigkeiten erstmals im Gegensatz zu anderen Methoden ohne den so genannten Flap (ein aufklappbarer Hornhautdeckel) korrigiert werden. Ein wesentlich schonenderer Eingriff am Auge ist somit möglich. Ein dünnes, linsenförmiges Gewebeteil, das so genannte Lentikel, wird im Inneren der intakten Hornhaut mittels Laser erzeugt und durch einen weniger als vier Millimeter kleinen Zugang entnommen. Dies bedeutet 80 Prozent weniger Einschnittfläche in den oberen Hornhautschichten als zuvor (bei LASIK) und eine kürzere Behandlungsdauer.

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Vorteile:

Nach dem Eingriff braucht man keine Brille mehr. Die modernen Verfahren der Laserkorrektur gleichen sogar die Alterssichtigkeit aus. Für Fehlsichtige, die sich mit einer Brille nicht anfreunden können oder Kontaktlinsen nicht vertragen, kann eine Laser-OP eine gute Lösung sein. Der Dioptrienbereich, in dem Fehlsichtigkeit korrigiert werden kann, ist abhängig vom angewendeten Verfahren. Mit ReLEx smile ist das zum Beispiel für Kurzsichtigkeit bis minus 10 Dioptrien mit guter Vorhersagbarkeit möglich. Weitere Voraussetzungen: Das Auge muss ausgewachsen sein (als Richtwert kann man sagen, Patienten sollten über 18 Jahre alt sein). Der Grad der Kurz- und Weitsichtigkeit mit oder ohne Astigmatismus darf sich in den letzten zwei Jahren nicht verändert haben. Ferner muss eine gewisse Hornhautdicke gegeben sein. Das Risiko bei der OP ist bei einem erfahrenen Arzt sehr gering.

Nachteile:

Bei einer Laser-OP handelt es sich um einen Eingriff bei einem an sich gesunden Organ. Mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen sind zum Beispiel ein vorübergehend trockenes Auge. Die Beschwerden können bis zu zwölf Wochen bestehen. Trotz eines erfolgreichen Eingriffs kann eine gewisse Fehlsichtigkeit bestehen bleiben und das Tragen einer Brille weiterhin erforderlich machen. Patienten mit Autoimmunerkankungen dürfen nicht gelasert werden, und auch Diabetikern ist in vielen Fällen davon abzuraten, da die Zuckerkrankheit zu Hornhautschäden führen kann. Vorsicht auch vor günstigen Angeboten aus dem Ausland. Bei einem Test zeigten sich dort erhebliche Mängel.“

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Zitat-Ende

Anmerkung des Blogs: Die Zitate sind original, dieser Blog, bezüglich Orthografie oder sonstiger sprachlicher Abweichungen des Rechtschreibungsdiktats des Duden, nicht zu bewerten.

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