Online Optiker

Brillenträger in Deutschland sollten sich mit der folgenden Thematik vertraut machen, um die zukünftige Preisfindung und Angebote in der augenoptischen Landschaft besser verstehen und einordnen zu können. Die regelmäßigen Medienberichte über die Online-Optiker, Mr Spex und Co., haben meist wenig Mehrwert für den augenoptischen Kunden, denn dazu muss Wesentliches kritischer betrachtet werden, um den Optik-Kunden verständlicher zu informieren.

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Google Suchergebnis – SEO und Meta Text der SERP

Dieser Google Screenshot, Eingabe „Brille online kaufen“, zeigt unter vielen anderen dieses Suchergebnis. Der Kunde sieht das, und ist, je nach Zielgruppe verunsichert oder freut sich. Warum ist das so?

Quo Vadis

Orientierung holt man ein, bevor die Reise beginnt, denn sonst bringt uns die Navigation nicht an den Zielort!

Der ZVA und andere Lobbyisten-Organisationen der optischen Industrie, haben versäumt, dem traditionellen Optiker die Fakten zu präsentieren, und zu erklären, dass wer sich nicht Preiskompetent online aktiviert, wird mittel- und langfristig den Trend versäumen. Vielzulange hat man beteuert, dass trotz Internet und online Shopping alles beim Alten bleibt.

Lange Zeit (in den 80- und 90ern) wurde befürchtet, dass Firmen wie Rodenstock und Zeiss eigene Läden eröffnen. Das ist nie passiert. Stattdessen kauft in 2019 EssilorLuxottica den Online Akteur Brille24, und wird sicherlich noch weitere Online Präsenzen, zumindest teilweise akquirieren. Spätestens jetzt sollte den „Realitätsverweigerern“ klar sein wohin die Reise geht. Schon zum Millennium, vor 20 Jahren, hätte da wesentlich mehr passierten müssen. Stattdessen wurde immer beruhigt, dass die Brille ein beratungsintensives Produkt ist, und online nicht verkauft werden kann. Der Gegenbeweis ist längst angetreten.

Die Augenoptik längst ein Multichannel Markt

Die Vertriebskanäle stellen sich heute in einem Mix dar. Der Online-Multichannel-Markt, bei dem nach den Regeln der Marketingstrategie davon ausgegangen werden muss, dass es sich hier um eine Übergangsphase für die kommende Dekade handelt.

Was bereits passiert ist, und sich jetzt schon für die Zeit nach 2020 abzeichnet, sieht nach betriebswirtschaftlichen Fakten und Marketingstrategie gegeben Notwendigkeiten doch ganz anders aus, als das was die Medienberichte bisher abbilden.

Kooperation jetzt und in der Zukunft

  • Man möchte im Service und After-Sales nicht von den “Unternehmens-fremden“ Kooperations- Optiker weiter abhängig sein.
  • Es könnte ein Kunde, der über dem Online Anbieter beim stationären Koop-Optiker landet, den Weg nicht mehr „zurückfinden“. Das mag mit Dynamiken auf der sozial, menschlichen Ebene zu tun haben, oder ein besonderes Angebot im „Showroom“ in der Situation überzeugt.
  • Das Argument, eine Brille online zu verkaufen funktioniert nicht gut, ist schon lange wiederlegt. Die Ausnahmefälle komplexerer Produkte ist für die bereits stattgefundene Veränderung in dieser Industrie nur noch ein Nebengeräusch. Große Volumen zukünftiger Bedarfsdeckung wird merklich mehr in das Online Geschäft abwandern, wo dann auch mehrheitlich die Preisfindung, und der Kauf abgeschlossen wird.

Die Filialisten wie Apollo und Fielmann werden zukünftig auch eine Preisfindungs- und Abschluss Online Plattform anbieten müssen, um diesem Trend gerecht zu werden.

Online Marktprojektion bisher lückenhaft

Das wichtigste Argument des Online Geschäfts in Verbindung mit deren Stärke gegenüber dem stationären Optiker wird gar nicht oder kaum aufgegriffen. Das ist der Generationswechsel in der Käuferschicht. Der Shift der Online Shopping Generation ist noch nicht komplett vollzogen. Der stationäre Anbieter, der sich der kommenden Generation bis jetzt nicht nachhaltig online präsentiert hat, wird mit dem Ladengeschäft in der Straße, der „Tradis“, wie Fielmann in nennt, nicht mehr ausreichend kompetent bei dieser Generation wahrgenommen.

Die Technologie wird in den folgenden Jahren durchaus die Gleitsichtbrille mit höherer Präzision beim Online-Kauf ermöglichen, sodass hier die Kaufquoten wesentlich höher sein werden als jetzt. Das ewige „als zu komplex“ darstellen, weil der y-Wert, also die Einschleifhöhe für den vertikalen Durchblickspunkt nicht präzise ist, wird nicht mehr lange funktionieren.

Online Optiker sind Trendsetter, Marktversteher und Futuristen

Die Ladengeschäfte von Mister Spex und Co. werden nicht exakt wie der traditionelle Optiker agieren. Service, Kundenbindung und in der letzten Instanz ein einheitliches Branding ist wohl der eigentliche Hintergrund. Eventuell zählt noch das Argument, ein paar konservative Investoren zu beruhigen das man Plan B hat, sollte das stand-alone Online Geschäft durch einen starken Mitbewerber oder andere Einflüsse des Marktes „Erschütterungen“ erfahren.

Für eine Übergangsphase der nächsten 10 bis 15 Jahre ergibt es sich ein paar wichtige Lücken zu schließen, denn viele traditionelle Optiker werden nicht nachbesetzt.

The Future is now

Das betrifft vor allem Betriebe mit einem Jahresumsatz bis zu EUR250 T, da diese durch die Mitgliedschaft in einer Einkaufsgruppe die Materialkosten nicht entsprechend senken können, um ein rentables Ergebnis zu erzielen. Also macht es Sinn, für diese Übergangsphase, ein paar Läden mehr „auf die Straße“ zu bringen, die durch die Online / Multichannel-Aktivität betriebswirtschaftlich rentabler agieren. Von 2014 bis 2018 wurden 600 der beschriebenen Betriebe aufgegeben. Ab 2020 bis 2030 rechnen wir mit bis zu 2000 weiteren traditionellen Optikern, die von den Straßen Deutschlands verschwinden.

Was bedeutet das für den Brillenträger in Deutschland

Für den Brillenträger und Brillenkäufer bedeutet das, ein kritisches Auge darauf zu haben, wo und wieviel Geld ausgegeben wird, um das Preisleistungsverhältnis in der Balance zu halten.

Wie folgt etwas Info-Lektüre im Netz:

Kapitalspritze: Online-Optiker Mister Spex bekommt 65 Millionen Euro

Handelsblatt August 2019

Online-Optiker fallen im TV-Test durch

Wie in diesem Blog schon erwähnt sind diese Testberichte sehr kritisch zu sehen, da die Durchführung nicht wissenschaftlich belegt ist, und meist nur Tagesform beschreibt.

Das Optik Inspektor Team raten dem Optik-Kunden sich mit der Thematik kritisch auseinanderzusetzen, um eine bessere Orientierung zu haben, wer was, wie anbietet.

Der Brillengläser-Tausch wird sogar mit Preisvorteilen von bis zu 65 % bei Online Anbietern beworben. Wenn ein Standard-Kunststoff Einstärkenbrillenglas, CR-39, entspiegelt, gehärtet, aus Asien im Einkauf ein paar Euro kostet, ist dies leicht umzusetzen. Telefonische Beratung durch einen staatlich geprüften Augenoptiker und weiteren Serviceangeboten, zeigt die Ernsthaftigkeit der Qualität dieser Angebote und die Bedeutung für den Käufer und den Brillenkunden.

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